Streit nach Geschäftsreisen vermeiden – so geht’s!

Endlich ist die Geschäftsreise vorbei – doch damit fangen die Konflikte häufig erst an. Schlechte Laune, abweisendes Verhalten oder stundenlange Erzählungen von fremden Ländern: Streit und Beziehungskrisen sind in dieser Phase vorprogrammiert. Aber das muss nicht so sein. Heute stelle ich euch fünf einfache Methoden vor, wie ich schwierige Situationen nach Geschäftsreisen gezielt umgehe.

Sicher kennt ihr das: So lange er weg ist schreibt er liebe Nachrichten – und kaum ist er zurück reagiert er gereizt und abweisend.

Wer mit einem Vielflieger verheiratet ist, macht viele emotionale Höhen und Tiefen durch. Nicht nur der Abschied ist eine Herausforderung für die Beziehung, auch das Zurückfinden in den Alltag ist oft nicht leicht.

Heute stelle ich euch fünf Wege vor, wie ich mit damit umgehe, wenn sich mein Mann nach einer Dienstreise distanziert verhält oder schlechte Laune hat.

#5 Eingewöhnungszeit zulassen

So schön die Vorstellung ist, dass mein Mann von einer Geschäftsreise heimkommt und wieder ganz der Alte ist – ebenso unrealistisch ist sie auch. Egal wie sehr er sich anstrengt, es dauert immer eine gewisse Zeit, bis er gedanklich wieder voll zuhause angekommen ist.

Damit meine ich sowohl die Umstellung vom temporären Single-Dasein zurück zur Zweisamkeit als auch das Wiedereingewöhnen in Deutschland. Abends genießt er bei einem Drink mit internationalen Managern die Aussicht auf eine Asiatische Mega-Metropole von einer Roof Top Bar – und am nächsten Tag ist er zurück im beschaulichen Stuttgart.

Kein Wunder, dass die Seele da etwas Zeit braucht um sich wieder an das Hier und Jetzt zu gewöhnen. Diese Zeit versuche ich meinem Mann zu geben – selbst wenn es schwerfällt.

Soweit es möglich ist, halte ich ihm nach Geschäftsreisen den Rücken frei. Keine Termine. Keine Verabredungen. Keine direkt zu erledigenden Aufgaben. Natürlich muss er sich nach der Eingewöhnungsphase auch wieder um seine Aufgaben zuhause kümmern. Aber die können auch 1-2 Tage warten.

#4 Sein Verhalten nicht überbewerten

Während diesen 1-2 Tagen, versuche ich auch sein Verhalten nicht auf die Goldwaage zu legen. Geschäftsreisen sind Extremsituationen, die die beste Beziehung vor Herausforderungen stellen. Genauso wie ich mein eigenes Leben habe so lange er weg ist, sammelt er ja auch viele neue Eindrücke und spannende Erfahrungen auf seinen Reisen.

Dementsprechend versuche ich nicht zu viel in sein Verhalten hineinzuinterpretieren.

#3 Herausfinden, was ihn so beschäftigt

Wenn er überdurchschnittlich launisch oder in sich gekehrt ist, hake ich dann doch mal vorsichtig nach. Wir Frauen tendieren ja häufig dazu, jede Verhaltensänderung des Mannes uns selbst zu beziehen. Dabei gibt es so viele Gründe, die als Ursache für schlechte Laune nach Geschäftsreisen infrage kommen!

 

Es ist wichtig, diese Gründe zu kennen. Ansonsten laufe ich Gefahr, einen Groll gegen ihn aufzubauen oder mich ständig zu fragen, ob es an mir liegt, dass er so komisch ist. Dies würde die Wiedereingewöhnung zusätzlich erschweren.

Tipp: Unbedingt mit Ich-Botschaften arbeiten, wenn ihr ihn nach den Gründen für sein Verhalten fragt! Er ist in einer angespannten und schwierigen emotionalen Lage und hat vermutlich sogar ein schlechtes Gewissen, weil er weg war. Da wird jedes Wort von uns Ehefrauen als versteckter Vorwurf aufgefasst und im Nu endet das Gespräch im Streit!

#2 Zuhören, wenn er etwas von seiner Geschäftsreise erzählt

Der Moment, in dem mein Mann anfängt etwas über seinen Reisen zu erzählen, ist immer ein gutes Zeichen. Er signalisiert mir, dass er mich an seinem Leben teilhaben lassen will.

Gerade in einer Phase, in der er sowieso damit kämpft sich wieder zuhause einzugewöhnen, wäre es fatal, würde ich ihm zu verstehen geben: „Es interessiert mich nicht, was du auf deinen Reisen erlebst.“ Er fühlt sich ja ohnehin schon manchmal etwas fremd in unserem Freundeskreis, weil unsere Bekannten sein Leben als Vielflieger kaum nachvollziehen können. Da möchte wenigstens ich als Ansprechpartner für ihn da sein. Schließlich erwarte ich ja auch, dass er sich für das interessiert, was während seiner Abwesenheit zuhause passiert.

Deshalb finde ich es sehr wichtig, meinem Mann in zuzuhören – selbst wenn ich die fachlichen Inhalte seiner Verhandlungen nicht immer bis ins letzte Detail verstehe oder mich nicht für jedes Land gleich stark interessiert. Miteinander zu reden und sich gegenseitig zuzuhören ist für mich der Schlüssel zurück zur alten Vertrautheit.

#1 Verständnis aufbringen

Letztendlich läuft alles darauf hinaus, dass wir Verständnis füreinander aufbringen und uns mit Respekt begegnen.

Ja, ich weiß, es ist ätzend. Immer sollen wir Vielflieger-Ehefrauen Verständnis haben. Dafür, dass er so viel Reisen muss. Dass er schon sonntagmorgens losfliegt, um pünktlich am Montagmorgen in Asien mit Meetings zu starten. Oder wenn eine Reise mal wieder wichtiger ist als eine Geburtstagsfeier in der Familie.

Aber es hilft ja nichts. Wir stecken nun mal in dieser Situation und jetzt gilt es das Beste daraus zu machen. Dazu gehört für mich, dass ich als Ehefrau Verständnis für meinen Mann aufbringe.

Um besser nachempfinden zu können, wie er sich nach einer Geschäftsreise fühlt, rufe ich mir ganz bewusst das Gefühl nach meiner letzten Langstreckenreise hervor:

Wie fühle ich mich, wenn ich mit Zeitumstellung nach einem langen Flug zuhause ankomme? Bin ich am selben Tag noch in der Laune, mich mit den Kindersorgen meiner Schwester zu beschäftigen? Habe ich Lust, mich direkt abends mit meinen Freundinnen in der Stadt zu treffen? Möchte ich mich mit meiner Mutter über alles austauschen, was sie während meiner Abwesenheit erlebt hat?

Nein, nein und nochmals nein. Der Tag, an dem ich aus dem Urlaub heimkomme gehört ganz mir. Da will ich nichts hören und sehen und schon gar keine Verabredung wahrnehmen. Es reicht schon, dass ich einen Berg Schmutzwäsche versorgen und mich trotz Jetlag irgendwie wachhalten muss. Wenn mir also selbst nach der Rückkehr aus einem entspannenden Urlaub alles zu viel wird, wie muss sich mein Mann dann erst fühlen nach tagelangen Verhandlungen und Meetings?

Dafür, wird mir bewusst, schlägt sich er dann doch in der Regel ganz gut. Also, seid nicht zu hart zu euren Männern!

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